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Welche Fliese brauchen Sie eigentlich?

Steingut, Steinzeug, Feinsteinzeug — die Begriffe stehen auf jedem Karton, erklärt werden sie selten. Dabei entscheidet genau dieser Unterschied darüber, ob ein Belag zwanzig Jahre hält oder nach zwei Wintern Risse zeigt.

Materialkunde

Eine Fliese ist kein Hexenwerk.

Jede Fliese besteht aus vier Rohstoffen: Quarz, Ton, Kaolin und Feldspat. Der Feldspatanteil entscheidet darüber, wie hart sie am Ende wird — je mehr Feldspat, desto härter die Fliese. Der Rest ist eine Frage der Brenntemperatur und des Verfahrens.

  • Steingut

    Härte 1 von 3

    900 – 950 °C

    Die vier Rohstoffe werden vermengt, angefeuchtet, gemahlen, gepresst und einmal gebrannt. Das einfachste Verfahren.

    Klassische Wandfliese im Innenbereich. Nimmt mehr Wasser auf als die härteren Materialien und gehört deshalb nicht auf den Boden oder nach draußen.

  • Steinzeug

    Härte 2 von 3

    Zweibrandverfahren

    Zuerst entsteht der Tonscherben, danach wird das Dekor aufgesprüht und erneut gebrannt. Die Oberfläche ist also aufgesetzt, nicht durchgefärbt.

    Boden und Wand im Innenbereich. Robuster als Steingut — wird die Oberfläche aber beschädigt, sieht man den helleren Scherben darunter.

  • Feinsteinzeug

    Härte 3 von 3

    1150 – 1200 °C

    Durch und durch gebranntes Material, in einem Durchgang hergestellt. Das härteste Material, das wir verarbeiten.

    Innen, außen, gewerblich — nahezu überall. Nimmt kaum Wasser auf und ist frostsicher. Im Außenbereich mit Wasseraufnahme und -abgabe ist es allerdings nicht immer die beste Wahl; dort beraten wir im Einzelfall.

Worauf es beim Einsatzort ankommt

  • Bad und Innenbereich

    Hier ist fast jede Fliesenart möglich — Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug. Entscheidend sind Ihr Geschmack und der spätere Einsatzzweck.

  • Dusche, Umkleide, Großküche

    Sobald es nass und gewerblich wird, zählt die Rutschhemmungsklasse. In einem Waschhaus haben wir den Boden zum Beispiel geteilt: R10 zu den Waschbecken, R11 in der Dusche.

  • Industrie und Produktion

    Neben der Rutschhemmung kommen Säurebeständigkeit und Lebensmittelechtheit dazu. Das ist ein eigenes Fachgebiet, in dem wir seit Jahren arbeiten.

  • Außenbereich

    Deutlich aufwendiger: Gefälleebenen, Drainageschichten und Materialien, die Wasser aufnehmen und wieder abgeben können. Hier entscheidet der Aufbau, nicht die Optik.

Welches Material für Sie das richtige ist, hängt davon ab, wo es liegen soll. Wer das Material versteht, trifft die bessere Entscheidung — und genau dafür nehmen wir uns in der Ausstellung die Zeit.

Trend 2026

Was 2026 gefragt ist

Der Trend geht zu Naturstein-Imitaten: Strukturen aus der Natur werden fotografiert, auf die Fliese gebrannt und poliert oder matt ausgeführt. Unser Renner ist derzeit eine leicht angeraute Sandsteinoptik für die Wand — kombiniert mit einer dunklen Holzoptik am Boden, in drei verschiedenen Breiten und Längen.

  • Naturstein-Imitate, poliert oder matt
  • Sandsteinoptik mit spürbarer Struktur
  • Holzoptik in gemischten Breiten und Längen
  • Großformate mit möglichst wenig Fugen
Großformatige Musterplatten und Naturstein-Optiken in der Ausstellung

Lieber einmal anfassen als dreimal lesen?

In unserer Ausstellung in Eschede liegen die Materialien in Originalgröße — und jemand, der sie selbst verlegt, erklärt Ihnen den Unterschied.

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